Ch-ch-ch-ch-Changes

Mein Jahr endet mit Sachen packen, Dinge die sich angesammelt haben aussortieren, damit dass ich feststellen muss, dass in neun Monaten ganz schön viel zusammen gekommen ist, was nicht mehr nur in zwei Rucksäcke passen würde. Aber das ist ja nicht schlimm,  wenn man nur zehn Minuten entfernt eine neue Bleibe gefunden hat, die erstens mehr Platz und zweitens mehr Freiheiten bietet. Zwar mag ich dieses hübsche Häuschen in dem ich nun fast vier Monate gewohnt hab sehr gern, doch werden mir neun Quadratmeter auf die Dauer doch zu eng. Da bietet ein eigener Eingang, ein eigenes Badezimmer, ein gemütliches Zimmer mit genügend Platz auch für Besucher doch mehr als das bisherige.

Somit fängt mein neues Jahr irgendwie auch neu an. Mit meiner eigenen ersten, nicht WG-mäßigen Bleibe. Was dann kommt, weiß ich nicht. Mir rasen Ideen durch den Kopf, Flausen vom Reisen, Studieren, Buch schreiben. Einerseits ist da so viel was mich nachts manchmal lange wach liegen lässt, andererseits bin ich etwas überfordert von all dem. Vermutlich holen mich grad die Sprüche von Freunden und Familie ein, die sagen “Denk an deinen Lebenslauf. Bleib nicht zu lange weg”. Eigentlich habe ich mich davon frei gemacht, aber daran festzuhalten fällt mir grad etwas schwer.

Die Leichtigkeit kommt mir hier grad etwas abhanden, das Abenteuer gewinnt an Kopflastigkeit.  Mir fehlt die Freiheit, die Möglichkeit durchzuatmen, die ich noch in den Westfjorden gespürt habe, obwohl ich dort mehr an einem Ort “festsaß” als jetzt. Mir fehlen hier grad die free spirits, die den Sommer über an jeder Ecke lauerten. Jetzt ist alles so verkopft und extrem angestrengt, nicht unterzugehen, gut auszusehen, lustige Abende in den Clubs und Bars zu verbringen, sich abzulenken von dem was eigentlich wichtig ist. Mir fehlt hier ein bisschen Herz, Ehrlichkeit und Genügsamkeit. Ich brauche nicht viel um glücklich zu sein, das habe ich hier gelernt, aber irgendwie habe ich mich zugeschaufelt mit Dingen, die genau das Gegenteil bewirken. Also entweder akzeptieren oder ändern. Wie immer.

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