(almost) no words, just pictures

There is too much to say but I am speechless. So, better to show you some nice pictures from the past months.

The summer has been great so far, temperatures between 15 and 18°C, not much wind so this temperatures acutally felt warmer than they sound. I traveled a bit in Iceland, I saw parts I haven’t seen yet, showed parts I already knew to guests.


And I have been in Germany for some days. Not more, not less.

Exciting times right now…in all of their beautiful and bad colours. Reality needs me!

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Einjähriges…

So wie in den letzten Wochen und Monaten diverse Stürme übers Land gezogen sind, so schnell und mit voller Wucht sind die letzten zwölf Monate an mir vorbeigeweht. Vor exakt einem Jahr war ich auf dem Weg in eine ungewisse, aufregende Zeit, von der ich noch nicht wusste, was sie bringen würde, welche Abenteuer ich erleben, wer mir ans Herz wachsen oder wen ich ganz schnell wieder vergessen würde. Ich ahnte dass es schön werden würde, aber wusste nicht, dass es SO schön ist. Ich ahnte nichts von den Irritationen, von den Zweifeln, davon wie schwer der Winter für mich werden würde (weil ich ursprünglich auch gar nicht vorhatte, so lange zu bleiben). Dieses Kapitel in meinem Leben war so unbeschrieben, so offen und immernoch gibt es kein Ende. Weder gut noch schlecht.

IMG_20140511_221323Hier und jetzt bin ich schlauer, habe ich viele tolle Momente gehabt, viele tolle Menschen kennengelernt, mich besser kennengelernt, bin über mich hinausgewachsen, habe herausgefunden, wer ich bin aber bin noch lange nicht fertig damit. Und mag eigentlich nie fertig damit sein. Denn ich möchte immer lernen, über mich, über die Welt, über andere. Und auch stolpern können, sich mit seinen Ängsten, mit seinen Intoleranzen auseindersetzen, sich über die eigenen Grenzen hinwegsetzen, Gefühle zulassen, aushalten, Gedanken hinterfragen, Verhalten hinterfragen. Von sich, von anderen. Und offen sein für all das, für die Unterschiedlichkeit der Kulturen, die doch größer ist, als ich je gedacht habe. Ich bin ein Stückchen geduldiger geworden, habe aber gemerkt, dass es nicht einfach ist aus der eigenen soziokulturellen Haut zu schlüpfen.

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Ich habe Dinge getan, die ich noch nie zuvor getan habe, habe meine romantischen Vorstellungen des Farmlebens sehr schnell abgelegt, gelernt es zu schätzen, woher Fleisch kommt, wie die Tiere leben, die irgendwann (für uns) sterben müssen. Bewusster leben, bewusster konsumieren, sich auf das wichtige und notwendige beschränken. Ich habe mich in Schweigen geübt, ich habe der Natur gelauscht, Vogelstimmen kennengelernt, das Schreien des Polarfuchses erkannt. Ich habe Kühe gemolken, Lämmer markiert, Schafe eingefangen, wilde Kälber bei ihrem ersten Ausflug begleitet (und sie versucht davon abzuhalten zu entkommen). Ich habe mehrere Tiere sterben sehen (auf natürliche und unnatürliche Weise).

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Anfangs war ich ein Prinzessinnenbändiger, habe ich spät herausgefunden, wieviel Arbeit eine Familie und der Haushalt wirklich machen. Niemehr wollte ich nach dem Prinzessinnenbändigen Prinzessinnen bändigen. Doch ich wurde (zum Glück) vom Gegenteil überzeugt, dass es nicht immer verrückt und chaotisch zugehen muss. Ich habe eine zweite Familie gefunden, Freunde, Vertraute, die ich niemehr vergessen werde. Denen ich dankbar bin, für all die Erfahrungen, die sie mir ermöglichen.

Die Berge waren manchmal steil, oft musste ich über viele Steine steigen, aber immer war da eine Kraft, die mir die Hand gereicht hat und mir zurief “Vertrau dir”. Der Ausblick von dort oben ist so atemberaubend schön! Diese Energie hat mir geholfen, den Abstieg ohne Schrammen und Stürzen zu überstehen.

Niemals, in keiner Sekunde habe ich bereut diesen Schritt gegangen zu sein – und es war nicht immer leicht. Manchmal habe ich Sehnsucht nach Kränen, Hafen, Astra mit Freunden, Sommer, Sonne, Currywurst, Hasenschaukel, Elefantenfuß, Hasen hinterm Haus, Tanja in der Küche, Amselgesang und Großstadttrubel. Doch ich weiß, dass es da diese Sehnsucht gibt, wegen der ich hier bin und ich weiß immernoch, dass dies der richtige Weg ist, wo auch immer er hinführt, denn ich bin mir sicher, dass es keine falschen Wege gibt.

NL09Nun steh ich hier mit all den Eindrücken der letzten zwölf Monaten, angekommen in einem Land, von dem ich bis vor zwölf Monaten nur träumen konnte. Angekommen in einem Land, das ich jetzt mein zu Hause nenne. Vielleicht temporär aber im Herzen immer. Und immernoch ist das Kapitel nicht zu Ende, das Ende nicht vorhersehbar, ungeschrieben. Ich fülle die Seiten mit Leben, Leidenschaft, Freiheit, Bergen, schwarzen und gelben Stränden, Angry Birds, Wollgras, vielen neuen Lieblingsmenschen, Kuhaugen, Schafmähen, wehenden Pferdemähnen, Reykjavik, gutem Essen, Lakritzschokolade, Nordlichtern, Sonnennächten, bärtigen Isländern, verschmitztem Kinderlachen, felligen Katzenbäuchen, glitzerndem Nordatlantik und am Ende auch Musik.

Von Zwischenorten…

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Schon immer war ich mit meinen Gedanken manchmal in den Wolken, tagsüber, nachts, an der Supermarktkasse, der Ampel, während der Arbeit, beim Arzt. Die Zwischenorte, in denen ich mich dann befinde, können alles oder nichts sein, manchmal abstrakt, manchmal ganz greifbar, manchmal einfach nur ein paar Häuserecken entfernt, oder am Klavier sitzend. Einmal hat man mir gesagt, dass das eine besondere Gabe ist, sich wegträumen zu können, dass das manchmal helfen kann, um der Realität zu entkommen, die einen auffressen will. Früher war das so. Diese Zeit ist lange vorbei, doch das Tagträumen hab ich nicht verlernt.

Mal höre ich Meeresrauschen, während ich in einer Hängematte liege, spüre den warmen Wind an meinen nackten Füßen, den Sand auf meiner Haut, Möwengeschrei. Dann sitze ich auf einem Steg, irgendwo an einem kristallklaren See, lasse die Füße baumeln, das gletscherkalte Wasser treibt den kurzen Schmerz bis in meinen Kopf, Stille um mich rum. Manchmal träume ich von Hamburg und Doreen, Kiel und Maren, Australien und Kathi, von Mexico und Carlos. Oder ich träume von New York, wie ich mich an all den Plätzen wiederfinde die Annik vorher schon gesehen hat. Ich spaziere, mit einem lustigen Straßenkötermischling an der Leine, durch den Central Park, hänge an der Theke meines Lieblingsjazzclubs ab oder schlendere über die High Line. Manchmal träume ich vom tanzen, irgendwo in der Natur, im Abendsonnenlicht, zu meinen Lieblingssongs, mit Freunden, mit der Liebe. Ich träume von der Liebe, von Nähe, vertraut, wild, frei. Und ich träume von Island. In Island. Das ist das schönste! Weil ich merke, dass all das wahr werden kann und wenn es nicht wahr wird, bleiben immernoch die Tagträume.

Island 2013 – Landmannalaugar & Myvatn

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Nachdem mich der erste Besuch im Winter 2012 so beeindruckt hatte, wollte ich das nächste Mal länger und im Sommer nach Island reisen. Ich entschied mich für Mitte August bis Anfang September und die günstigere Variante: Rucksack, Zelt, Schlafsack und trampen. Letzteres machte ich dann jedoch tatsächlich nur dreimal, fuhr sonst mit den zeitlich sichereren und gut vernetzten Bussen. Die meiste Zeit nutzte ich entweder Sterna oder Reykjavik Excursions, die eher für Touristen ausgelegten Busunternehmen die zwischendurch an Sehenswürdigkeiten halten. Wer auf letzteres verzichten kann und günstiger reisen möchte, sollte sich an die Linienbusse z.B. vom Unternehmen Strætó halten.

Grob geplant waren 16 Tage von Reykjavik über Landmannalaugar, eine Bustour durchs Hochland bis zum Myvatn. Von dort nach Akureyri und die letzten Tage auf die Halbinsel Snæfellsnes. Und das alles mit einem in Reykjavik geliehenen Zelt. Die ersten zwei Tage nach Landmannalaugar begleitete mich eine Freundin, die zu der Zeit in Reykjavik ein Praktikum machte. So konnte ich diese unfassbar schöne Reise wenigstens anfangs mit ihr teilen.

Die Nächte im Zelt waren kalt, doch meine Ausrüstung scheinbar gut genug, um nicht zu frieren. Tipp: falls einem kurz vorm Schlafen doch die Füße noch kalt sind, einfach nochmals dick einpacken, Wanderschuhe an und eine halbe Stunde spazieren gehen. Die Füße werden warm, der Körper auch und dann einfach Thermo-Unterwäsche an und ab in den Schlafsack. Zum Zelt musste ich erstmal Vertrauen aufbauen, machte es auf mich kein ganz so professionellen Eindruck. Doch die ganzen 14 Tage in denen ich zeltete, hat es mich nicht enttäuscht. Wir wurden sogar irgendwie Freunde, wenn auch das am Ende in Hassliebe umschlug. Nachts schlief ich meist mit Ohropax in den Ohren, um nicht vom Wind geschüttelten Zelt nervös gemacht zu werden. Selten hab ich so gut und entspannt geschlafen. Womöglich lag dies aber am Wandern und danach stundenlang entspannen im natürlichen Heißwasserfluss am Campingplatz von Landmannalaugar.

Iceland03Iceland07 Iceland09 Iceland14Die Fahrt über die Sprengisandur, eine der Hochlandpisten, war ungemütlicher als gedacht. Die Nacht zuvor wegen Sturm ziemlich unruhig und so auch mein Schlaf. Mein Vorhaben, im Bus den verpassten Schlaf nachzuholen, konnte ich nicht umsetzen. Aber dafür wurde ich mit wunderschönen Landschaften vorbei an Hofsjökul und Vatnakökull, stundenlanger öden Wüstenlandschaft, Fahrten durch Furten und fünf gebrochenen Busradmuttern entschädigt. Letztere wurden durch den innerhalb von 10 Minuten am Schadensort eintreffenden Rescue-Reparatur-Service schnell ausgewechselt. Auf dem Weg zum größten See Islands, dem Myvatn, machten wir Halt an meinem bisherigen Lieblingswasserfall Aldeyjarfoss und wenig später am eher “langweiligen” Goðafos.

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Iceland22Am Myvatn entschied ich mich für den am nördlichen Ortsrand von Reykjahlíð befindlichen Zeltplatz und wurde am selben Abend mit einem unfassbar schönen Sonnenuntergang über dem See belohnt. Leider war der nächste Tag genau das Gegenteil zu den Tagen zuvor, die überwiegend mit Sonne beglückt waren. Aber auch das gehört ja dazu. Mit einer Französin machte ich mich auf den Weg zum Hverfjall. Dort traf ich zwei Italiener wieder, die einen Tag zuvor auch im Bus nach Norden gesessen hatten und wir planten die nächsten vier Tage miteinander eine kleine Rundreise von Reykjahlíð nach Akureyri und von dort mit einem gemieteten Auto über Husavik, Asbyrgi und den Dettifoss wieder zurück nach Akureyri zu fahren. Davon dann beim nächsten Mal.