(almost) no words, just pictures

There is too much to say but I am speechless. So, better to show you some nice pictures from the past months.

The summer has been great so far, temperatures between 15 and 18°C, not much wind so this temperatures acutally felt warmer than they sound. I traveled a bit in Iceland, I saw parts I haven’t seen yet, showed parts I already knew to guests.


And I have been in Germany for some days. Not more, not less.

Exciting times right now…in all of their beautiful and bad colours. Reality needs me!

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Ég er kominn heim

Önundarfjorður vom Hafen in Flateyri aus gesehen

Önundarfjorður vom Hafen in Flateyri aus gesehen

Mir schwirrt in den letzten Wochen so viel im Kopf rum, so viele Worte, Buchstaben, Sätze, die ich immer unbedingt aufschreiben will, sofort, aber nie bin ich dann in Besitz von Schreibmaterial. Und dann abends zu müde oder plötzlich sind all die schöngeformten und wohlklingenden Sätze weg. Einfach weg. Und so kommt es auch, dass es hier so still ist momentan. Es passieren einige Dinge, mal hier mal dort. Zum Beispiel war ich im April zu Besuch in Deutschland, traf meine Freunde in Hamburg, löste mein Zimmer in der geliebten WG auf, bekam einen Sonnenbrand im Garten meiner Mama, hatte einen wirklich entspannten Freundetreffmarathon in Berlin und – das war der ausschlaggebende Termin meiner Deutschlandreise – wohnte dem tollen Husum Harbour Festival bei, auf dem auch all meine musikbekloppten Freunde waren und Matthew Caws. Letzterer ist Sänger meiner Lieblingsband Nada Surf, hatte auf besagtem Festival einen Soloauftritt und ich durfte ein Interview für concert-news und meinen Blog mixtapebabe mit ihm führen, ein lang gehegter Traum. Diese neun Tage rasten nur so an mir vorbei und schon war ich wieder in meinem gewählten Zuhause. Ich hatte Angst, dass mir der Abschied von Deutschland schwer fallen würde, das tat es auch, besonders von Hamburg. Aber das heimkommen war wie zuvor. Bauchkribbeln im Bus und bewundernde Blicke für die ach so triste Lavalandschaft.

Und nun sitze ich hier auf dem Sonnenfleck im Eingang des wohl schönsten Guesthouses der Westfjorde, in dem ich jetzt seit knapp zwei Wochen arbeite. Einen Sommer lang. Housekeeping und Essenszubereitung. Ja, ich musste wieder zurück an dieses Fleckchen, denn ich hab hier mein Herz verloren. Nicht an einen Vikinger, oder nur beinahe, sondern an die Landschaft, die Ruhe, das Vogelgezwitsher, die Pferde hinterm Haus, die wunderschönen Sonnenuntergänge (bzw. Mitternachtssonnennächte), die Familie, Flateyri und den Sauerampfer auf den Wiesen.

Das einzige was mir fehlt sind meine Herzmenschen, mit denen ich das hier gern teilen würde, mit denen ich Wein am Fjord genießen würde oder Krias beobachten. Aber keine Sorge, ich geh hier nicht ein, es kommt Besuch der Herzmenschen aus Reykjavik und aus meinem Ursprungsland. Und dann erobern wir die Berge, baden vielleicht im schönsten aller Fjorde, genießen die Stille und die Vogelgesänge.

Mitternachtssonne gegen 23:00 am Önundarfjorður mit Blick Richtung Flateyri

Mitternachtssonne gegen 23:00 am Önundarfjorður mit Blick Richtung Flateyri

Einjähriges…

So wie in den letzten Wochen und Monaten diverse Stürme übers Land gezogen sind, so schnell und mit voller Wucht sind die letzten zwölf Monate an mir vorbeigeweht. Vor exakt einem Jahr war ich auf dem Weg in eine ungewisse, aufregende Zeit, von der ich noch nicht wusste, was sie bringen würde, welche Abenteuer ich erleben, wer mir ans Herz wachsen oder wen ich ganz schnell wieder vergessen würde. Ich ahnte dass es schön werden würde, aber wusste nicht, dass es SO schön ist. Ich ahnte nichts von den Irritationen, von den Zweifeln, davon wie schwer der Winter für mich werden würde (weil ich ursprünglich auch gar nicht vorhatte, so lange zu bleiben). Dieses Kapitel in meinem Leben war so unbeschrieben, so offen und immernoch gibt es kein Ende. Weder gut noch schlecht.

IMG_20140511_221323Hier und jetzt bin ich schlauer, habe ich viele tolle Momente gehabt, viele tolle Menschen kennengelernt, mich besser kennengelernt, bin über mich hinausgewachsen, habe herausgefunden, wer ich bin aber bin noch lange nicht fertig damit. Und mag eigentlich nie fertig damit sein. Denn ich möchte immer lernen, über mich, über die Welt, über andere. Und auch stolpern können, sich mit seinen Ängsten, mit seinen Intoleranzen auseindersetzen, sich über die eigenen Grenzen hinwegsetzen, Gefühle zulassen, aushalten, Gedanken hinterfragen, Verhalten hinterfragen. Von sich, von anderen. Und offen sein für all das, für die Unterschiedlichkeit der Kulturen, die doch größer ist, als ich je gedacht habe. Ich bin ein Stückchen geduldiger geworden, habe aber gemerkt, dass es nicht einfach ist aus der eigenen soziokulturellen Haut zu schlüpfen.

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Ich habe Dinge getan, die ich noch nie zuvor getan habe, habe meine romantischen Vorstellungen des Farmlebens sehr schnell abgelegt, gelernt es zu schätzen, woher Fleisch kommt, wie die Tiere leben, die irgendwann (für uns) sterben müssen. Bewusster leben, bewusster konsumieren, sich auf das wichtige und notwendige beschränken. Ich habe mich in Schweigen geübt, ich habe der Natur gelauscht, Vogelstimmen kennengelernt, das Schreien des Polarfuchses erkannt. Ich habe Kühe gemolken, Lämmer markiert, Schafe eingefangen, wilde Kälber bei ihrem ersten Ausflug begleitet (und sie versucht davon abzuhalten zu entkommen). Ich habe mehrere Tiere sterben sehen (auf natürliche und unnatürliche Weise).

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Anfangs war ich ein Prinzessinnenbändiger, habe ich spät herausgefunden, wieviel Arbeit eine Familie und der Haushalt wirklich machen. Niemehr wollte ich nach dem Prinzessinnenbändigen Prinzessinnen bändigen. Doch ich wurde (zum Glück) vom Gegenteil überzeugt, dass es nicht immer verrückt und chaotisch zugehen muss. Ich habe eine zweite Familie gefunden, Freunde, Vertraute, die ich niemehr vergessen werde. Denen ich dankbar bin, für all die Erfahrungen, die sie mir ermöglichen.

Die Berge waren manchmal steil, oft musste ich über viele Steine steigen, aber immer war da eine Kraft, die mir die Hand gereicht hat und mir zurief “Vertrau dir”. Der Ausblick von dort oben ist so atemberaubend schön! Diese Energie hat mir geholfen, den Abstieg ohne Schrammen und Stürzen zu überstehen.

Niemals, in keiner Sekunde habe ich bereut diesen Schritt gegangen zu sein – und es war nicht immer leicht. Manchmal habe ich Sehnsucht nach Kränen, Hafen, Astra mit Freunden, Sommer, Sonne, Currywurst, Hasenschaukel, Elefantenfuß, Hasen hinterm Haus, Tanja in der Küche, Amselgesang und Großstadttrubel. Doch ich weiß, dass es da diese Sehnsucht gibt, wegen der ich hier bin und ich weiß immernoch, dass dies der richtige Weg ist, wo auch immer er hinführt, denn ich bin mir sicher, dass es keine falschen Wege gibt.

NL09Nun steh ich hier mit all den Eindrücken der letzten zwölf Monaten, angekommen in einem Land, von dem ich bis vor zwölf Monaten nur träumen konnte. Angekommen in einem Land, das ich jetzt mein zu Hause nenne. Vielleicht temporär aber im Herzen immer. Und immernoch ist das Kapitel nicht zu Ende, das Ende nicht vorhersehbar, ungeschrieben. Ich fülle die Seiten mit Leben, Leidenschaft, Freiheit, Bergen, schwarzen und gelben Stränden, Angry Birds, Wollgras, vielen neuen Lieblingsmenschen, Kuhaugen, Schafmähen, wehenden Pferdemähnen, Reykjavik, gutem Essen, Lakritzschokolade, Nordlichtern, Sonnennächten, bärtigen Isländern, verschmitztem Kinderlachen, felligen Katzenbäuchen, glitzerndem Nordatlantik und am Ende auch Musik.

lost my heart in the Westfjords…

…ich bin zurück von meinem viel zu kurzen Wochenendtrip in die Westfjorde. Aus schmerzlichem Vermissen bin ich gestern ein paar Fotos aus den letzten Wochen dort durchgegangen. Ich lass jetzt einfach mal Bilder sprechen…

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northern lights…

…der Forecast für die Nordlichter war an jenem Abend zwar nicht atemberaubend, jedoch kurz vor 22Uhr sagte er für die Gegend um Akureyri eine 4 für “active” an. Und so zog ich mir meine wärmsten Klamotten an, steckte mir meine Kamera und meine Handschuhe in die Tasche, durfte mir auch noch das Tripod der Gastfamilie ausleihen und machte mich auf den Weg zur anderen Seite des Fjords. Leider war in dieser Nacht der Mond ziemlich hell, dass ich fast glaubte, eh nichts sehen zu können. Doch dann stellte ich mich an den Feldweg, wartete und beobachtete. Und plötzlich war das was ich erst als Wolke ausgemacht hatte, ein Nordlicht. Grünlich schimmernd, inklusive Sternschnuppe die in diesem Licht zu verglühen schien. Meine Gänsehaut kam nicht vom aufziehenden Wind. Mein Blick wanderte herum und direkt über dem Berg der Farm schimmerte auch dort der Himmel grün. Die Kamera machte alles fast von allein, ich musste nur den Selbstauslöser anstellen, alles weitere hatte ich vorher schon eingestellt. So holte ich mein Musikabspielgerät raus, drückte bei Sigur Rós auf “play” und genoss. Gänsehaut, Tränen, Glücksgefühle, Ankommen in diesem Moment. Was man da sieht und wie wahnsinnig schön das ist, kann man erst erkennen, wenn man es selbst erlebt hat. Nun ist die Saison für Nordlichter fast vorbei, denn bald geht die Sonne nicht mehr richtig unter. Schon jetzt ist es nachts gegen 0 Uhr am Horizont noch dämmerig. Muss ich eben so lange hier bleiben, bis wieder die Nordlichtsaison eröffnet ist! Mindestens!
Hrafnagil_NorthernLights01