(almost) no words, just pictures

There is too much to say but I am speechless. So, better to show you some nice pictures from the past months.

The summer has been great so far, temperatures between 15 and 18°C, not much wind so this temperatures acutally felt warmer than they sound. I traveled a bit in Iceland, I saw parts I haven’t seen yet, showed parts I already knew to guests.


And I have been in Germany for some days. Not more, not less.

Exciting times right now…in all of their beautiful and bad colours. Reality needs me!

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Ch-ch-ch-ch-Changes

Mein Jahr endet mit Sachen packen, Dinge die sich angesammelt haben aussortieren, damit dass ich feststellen muss, dass in neun Monaten ganz schön viel zusammen gekommen ist, was nicht mehr nur in zwei Rucksäcke passen würde. Aber das ist ja nicht schlimm,  wenn man nur zehn Minuten entfernt eine neue Bleibe gefunden hat, die erstens mehr Platz und zweitens mehr Freiheiten bietet. Zwar mag ich dieses hübsche Häuschen in dem ich nun fast vier Monate gewohnt hab sehr gern, doch werden mir neun Quadratmeter auf die Dauer doch zu eng. Da bietet ein eigener Eingang, ein eigenes Badezimmer, ein gemütliches Zimmer mit genügend Platz auch für Besucher doch mehr als das bisherige.

Somit fängt mein neues Jahr irgendwie auch neu an. Mit meiner eigenen ersten, nicht WG-mäßigen Bleibe. Was dann kommt, weiß ich nicht. Mir rasen Ideen durch den Kopf, Flausen vom Reisen, Studieren, Buch schreiben. Einerseits ist da so viel was mich nachts manchmal lange wach liegen lässt, andererseits bin ich etwas überfordert von all dem. Vermutlich holen mich grad die Sprüche von Freunden und Familie ein, die sagen “Denk an deinen Lebenslauf. Bleib nicht zu lange weg”. Eigentlich habe ich mich davon frei gemacht, aber daran festzuhalten fällt mir grad etwas schwer.

Die Leichtigkeit kommt mir hier grad etwas abhanden, das Abenteuer gewinnt an Kopflastigkeit.  Mir fehlt die Freiheit, die Möglichkeit durchzuatmen, die ich noch in den Westfjorden gespürt habe, obwohl ich dort mehr an einem Ort “festsaß” als jetzt. Mir fehlen hier grad die free spirits, die den Sommer über an jeder Ecke lauerten. Jetzt ist alles so verkopft und extrem angestrengt, nicht unterzugehen, gut auszusehen, lustige Abende in den Clubs und Bars zu verbringen, sich abzulenken von dem was eigentlich wichtig ist. Mir fehlt hier ein bisschen Herz, Ehrlichkeit und Genügsamkeit. Ich brauche nicht viel um glücklich zu sein, das habe ich hier gelernt, aber irgendwie habe ich mich zugeschaufelt mit Dingen, die genau das Gegenteil bewirken. Also entweder akzeptieren oder ändern. Wie immer.

Fernweh / Heimweh

“You will never be completely at home again, because part of your heart always will be elsewhere. That is the price you pay for the richness of loving and knowing people in more than one place.”
(Miriam Adeney)

Ich bin seit sieben Monaten da, wo mich das Fernweh noch vor sieben Monaten hingetrieben hat. Ich bin quasi zu hause im Fernweh und es fühlt sich sehr gut an, es fühlt sich für einen Moment so an, als wäre das Fernweh gestillt. Jedenfalls für diesen Ort. Naja, nicht gestillt, denn meine Entscheidung noch ein bisschen zu bleiben habe ich aus dem Gefühl heraus getroffen, dass ich hier noch nicht fertig bin. Hier im Fernweh.

Doch mit der Zeit ist dieses Fernweh gewachsen, durch Begegnungen, die schon vor meiner Reise ins Fernweh meine Wege kreuzten, schon lange lange bevor. Aber auch durch Begegnungen die mir hier tagtäglich “passieren”. Die Menschen, deren Geschichten, deren Flausen im Kopf, deren free spirit, deren Ideen. Die kreuzen sich dann mit meinen Geschichten, meinen Flausen, meinen Ideen und lassen meinen free spirit wachsen. Und ich lasse jedes Mal einen kleinen Teil von mir in diesen Begegnungen, gebe ein Teil von meinem Herz mit auf den Weg in dem Glauben, dass mich der Weg einmal zurück zu meinem Stück Herz treiben wird, egal wo dieses hingereist ist. So wächst das Fernweh auch hier nach dem Weg der dahin führt, wo wieder Geschichten, Ideen, Flausen auf mich warten und mich wachsen lassen, während ich wachse.

Der Weg hat kein fassbares Ziel, mein Ziel ist ichsein, was immer das heißen soll. Aber den Weg bin ich bisher gern gegangen, wenn auch ich manchmal eine Sackgasse bis zum Ende gehen musste um sie zu erkennen. Wenn auch der Weg nie gerade ist, denn es gibt soooo viele interessante Abzweigungen, Umwege und roundabouts, in denen man sich manchmal bis einem kotzübel wird im Kreis dreht. Und auch wenn ich manchmal “vom Weg abgekommen” bin, war es auch dieser wert, ihn zu gehen, zu rennen oder zu kriechen. Denn auch diese Wege führen letztendlich zu dem was wichtig ist.

Und vielleicht führt mein Weg mich eines Tages wieder zurück, dahin wo ich hergekommen bin. Denn ein Stück meines Herzens, ein großes Stück, verweilt auch dort und wartet auf mich, wartet bis mein Fernweh / Heimweh so groß ist, um auch dieses Stück einzusammeln.

Schlaflos…

Ich bin aufgewacht, mitten am frühesten Morgen. Von einem komischen Geruch, von dem ich jetzt nicht mehr weiß, ob ich ihn geträumt habe oder ob er Wirklichkeit war. Wenn letzteres, hat sich irgendwer ins Haus geschlichen und um vier Uhr morgens Brot getostet. So roch es nämlich und ich bin für drei Tage allein im Haus. Und nun bin ich wach und klicke mich durch Lieblingsseiten wie Mit Vergnügen und vor allem deren Schwester Mit Vergnügen Hamburg.

Ja, morgens um vier Uhr am schönsten Ort den man sich vorstellen kann habe ich Sehnsucht…nach Sommerbildern aus Hamburg, nach Straßenleben, nach Eisessen in der Eisbande, nach Sitzen am Hafen mit einem kühlen Astra. Nach Sitzen im Park und reden mit der besten Freundin, nach Frühstücken mit der besten Mitbewohnerin, nach laut Mitsingen auf irgendeinem Konzert mit den Menschen von vorne links.

Mir geht es gut hier, sehr sehr gut. So gut, dass ich Angst habe vorm Abschied von diesem Punkt meiner Reise. Denn das hier fühlt sich an wie zuhause sein, wie eine Familie, oder/und Freunde. Und bis sich das für mich so anfühlt, brauche ich immer ein Weilchen…die Sache mit dem Vertrauen und so. Nicht nur Vertrauen in andere Menschen, auch Vertrauen in mich, in das Gute, Vertrauen in jeden Schritt, auch wenn ich über ewige und steile Steinberge gehen muss, um zur Spitze des Berges zu kommen, oder ich rutschige Hänge hinunter muss, um am Ende wieder auf den weichen Grashügeln zu landen. Sich auf temporäre Freundschaften einlassen, temporäre Liebe zulassen. Wobei ich das Wort “temporär” für blödsinnig halte, denn egal wie lange eine Begegnung ist, wird sie doch immer irgendwie das Leben verändern und bereichern. Alles geht irgendwie, wenn man vertraut. Und das hier wohl die schönste Erfahrung, die ich mache.

Und trotz dieser großen Abschieds-Angst freue ich mich auf mein kleines gemütliches Zimmer in der Metropole. Ich freue mich auf die dunkle Jahreszeit (nachdem es jetzt gern noch ein paar schöne Herbsttage geben könnte), auf Weihnachten mit Freunden und Silvester in diesem Land. Und ich freue mich auf den Schafabtrieb Ende September, für den ich zurück komme in die Westfjorde, in den schönsten Fjord, mit der schönsten gravel road, den schönsten Pferden, der liebgewonnenen Kuhherde, den zauberhaften Bergen (die jetzt wunderschön rot leuchten von der Morgensonne), den Menschen die mir ans Herz gewachsen sind und die ich nie vergessen möchte.

Und in diesem Wirrwarr aus Sehnsucht, Fernweh und Trennungsschmerz beginne ich diesen Tag. Es wird ein toller werden, wie fast alle hier!

Eine Liebe zur Musik…

meInstAuf einmal stehst du da auf dem großen Platz beim Myrarboltinn, direkt vor dem kleinen Wagen aus dessen Lautsprechern Arcade Fire tönt. Du riechst Bratwurst, obwohl du weißt, dass es in Island keine Bratwurst gibt, höchstens Pylsur. Und dir wird dein Herz schwer und leicht zugleich, die Gänsehaut legt sich auf deine Arme und lässt dich anfangen zu grinsen. Während verrückte Isländer im Schlamm Fußball spielen (sie versuchen es), summst du die kommenden Songs von Pulp und Blur mit und bekommst plötzlich dieses Festival-Gefühl und die schreckliche Sehnsucht nach deinem Sommer-Zuhause, das sich in Haldern befindet.

Ein Tag später beim größten Lagerfeuer Islands stehst du dann vor der kleinen Bühne vor der du den letzten Song von Agent Fresco nur von weitem hörst. Und wieder diese Gänsehaut, Sehnsucht und das Kribbeln im Bauch, selbst beim eher mittelmäßigen Jón Jónsson. Du riechst Sommer, auch wenn es gegen elf Uhr nur noch acht Grad hat. Dafür ist der Himmel zuckerwatterosa und die Kria ziehen ihre Kreise, versuchen einige der angetrunkenen Wollpullover tragenden Festivalgäste zu attackieren. Du siehst die umliegenden Berge im rosa der Wolken rot leuchten, du fühlst dich wohl, hier an diesem Ort, in Ísafjörður.

Doch plötzlich vermisst du Musik und dir wird bewusst, dass du in den letzten vier Monaten kaum Musik gehört hast, weil du sie nicht gebraucht hast. Denn da waren keine Menschen vor denen du dich verstecken musstest, keine Geräusche die du ausblenden wolltest. Du wolltest alles aufsaugen, jedes Rauschen, jede Stille, jedes Vogelpfeifen. Nun merkst du, dass dir das eigentlich wichtigste in deinem Leben nicht wirklich gefehlt hat und fängst an zu sehen, dass es mehr als das gibt. Aber du weißt auch, dass sie immer da sein wird, dass sie immer ein wichtiger Teil in deinem Leben sein wird. Denn da sind Songs die dich begleiten, seit Ewigkeiten und auch hier. Songs die du immer und immer wieder singst, und wenn es nur ein “feels like heaven” von The Cure oder Queens “Radio Gaga” ist, welches aus dem Garagenradio tönte, als du an einem stürmischen Nachmittag Milch holen gegangen bist. Daughters “Medicine”, welches dich immer an die Tour in den Süden Islands erinnern wird, mit dem barfüßigen Australier und den zwei Engländern. Und auch wenn du weit weit weg von deinem geliebten Hamburg bist, das Vergangene Jahre zurückliegt, hast du auch hier in Island den Geruch von Lamm und Rosmarinkartoffeln in der Nase, wenn du Bon Iver hörst.

Musik die in dir Gefühle wach ruft, die du sonst nicht so leicht preis gibst. Musik, die dich spüren lässt, dass du lebst, dass du liebst, dass du da bist, wo du sein sollst, dass du weiter musst und weiter sein willst. Musik, die dich erinnern lässt, an “vorne links”, an zuhause in Haldern, an den Blumenmann, an kalten Wind in Vík, an deine Lieblingsbar. An deine Lieblingsorte und Lieblingsmenschen.