feel the pain…

Seit Tagen sitze ich und grüble, ich grüble über einen Anfang eines Eintrags der längst fällig ist. Da ist so viel in meinem Kopf momentan, ich bin so voll mit Gefühlen. Voll mit schönen Gefühlen, aber auch voll mit Nachdenklichkeit, Fernweh, Angst, Verzweiflung, Wut. Ersteres genieße ich in vollen Zügen; Sehnsucht, Glück, Leidenschaft, Zufriedenheit.

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Letztere entstehen durch den Blick auf die letzten zwölf Monate, die nicht die schlechtesten waren. Ein hoch und runter zwar, aber nichts was ich bereue, nichts was unnormal gewesen wäre. Ortswechsel für den Sommer, Entscheidungen, New York, neue Menschen die zu Freunden werden, Menschen die ich aus meinem Leben gestrichen habe. Durchaus spannend.

Und dann der Inselkoller der mich seit ungefähr New York begleitet hat. Ich hatte Fernweh, schlimmes Fernweh, Hummeln im Arsch, das Gefühl wieder einmal etwas verändern zu müssen. Sogar die Überlegung, wieder zurück nach Deutschland zu gehen. Doch gerade das bereitet mir momentan große Bauchschmerzen. Mir macht Angst was seit langem in Europa passiert (genau genommen habe ich mir diese Gedanken auch schon vor einem Jahr machen müssen), das Gefühl von Sicherheit geht mir abhanden wenn ich an Deutschland denke…ich habe Angst vor der Bewegung, die wieder rassistische Parolen schwingt, den jenigen die die Vorkommnisse in Paris oder von Köln gegen die Flüchtlingsdebatte instrumentalisieren. Ich habe Angst vor der Politik, die auf die Knie gehen könnte. Ich bin verzweifelt, wenn ich Kommentare lese und nehme mir grad wieder vor, die entsprechenden Seiten zu blockieren. Aber ich möchte dennoch up to date sein, ich möchte dennoch interessiert sein an dem was in der Welt passiert. Wie schafft man den Spagat zwischen Selbstschutz und Interesse?

Einerseits tänzel ich gerade umher aber mit einem schweren Klotz im Bauch. Wohin mit mir, wann, warum und weshalb.

First we take Manhattan…

Back from my trip to New York since more than one week and my head is still full of everything and my heart is still beating faster when all the great memories are coming up.

After three month of working in the solitude westfjords of this beautiful country I decided to jump into the complete opposite world. I always loved to live in a big city, even Hamburg seems to me not big at all as it has a very compact centre. And Reykjavik is in this case not a big city, it is for Iceland, but not compared to the capitals of Europe. New York was always something which was so so so far away from Europe. And it still is, just closer, cause Iceland is located between Europe and America. And New York was exactly that kind of lively and quirky city I needed after one and a half year of living with the same
320 000 people in this country.

During my preparations I realized that it is not possible to see everything in eight days, so I haven’t made big plans, just the ideas in my head what I would like to see but not to be stressed out. And this totally worked for me, even if I was stressed out though. And how shouldn’t I?! After I arrived in New York with the bus, after the first unfriendly impression of America (the mood of the busdriver was ten times worse than the mood of busdrivers in Berlin), after the first friendly impression of America (Hey John!), I was surrounded by more people than I saw the last months in Iceland. But I loved this kind of stress in the first few days.
NY47And I couldn’t stop to move almost all the days. So I was walking a lot, got lost in the first day, found a great breakfast/lunch place for the next days on my lost way and was impressed by the skyline of Manhattan and the beautiful evening sunlight which painted the streets in a deep orange light. And I loved the fact that it was still around 18°C in the evenings.

I crossed the impressive Brooklyn Bridge in the morning, not many people were up that early, so I had the views almost for myself. And I loved it. Haven’t been to the “lady of liberty”, but saw her from many places in New York. I walked through Soho, Tribeca and Greenwich Village, had lunch at Oscar’s Place, was wondering about this quiet areas in the middle of Manhattan, loved the people who were strolling around with a huge bunch of dogs. I guess I saw some famous people, I am just bad at movies, characters and from time to time I just thought “Oh, I know this face, but where from?”. At Gansevoort Foodmarked I bought Icecream for 6$, cooled my feet at The High Line, took pictures of people, was smiling about the guy who was singing out of tune to famous pop songs (as “Chandelier” from Sia) straight from his heart, took pictures from streetart and inhaled the dusty city air. My feet started to hurt at 5th Ave, I felt lost between all this fake streets around that area, couldn’t enjoy enough the beautiful Flat Iron Building, strolled through Washington Square Park to find the sub back home.

Gansvoort Foodmarket

Gansvoort Foodmarket

Brooklyn Bridge, Baby!

Brooklyn Bridge, Baby!

5th Ave

5th Ave

Flat Iron District

Flat Iron District

This special day was already so full of impressions, that in the end of the day I had the feeling to explode. In a positive way. But I couldn’t sit inside and stay home, so I decided spontanious to see the band Low in Williamsburg Music Hall. I loved the place, it reminded my on Hamburg / Berlin, the venue on my favorite one in Hamburg – Knust. And I loved to be between music lovers, between all this hip bearded guys and indie girls living in this gentrificated area. I felt homey. And realised once more how easy it is to talk to people, to meet interesting one, with great ideas and to enjoy a concert without knowing each other.

And this was just the beginning of my journey. More soon….

Dipping into life…

…mit einem x-beliebigen Boot einfach mal rausfahren, aufs Meer, auf den Fjord, eine andere Perspektive einnehmen, runterkommen vom inneren Trubel, Ruhe und Gelassenheit finden, die sich ausbreiten wie die Wellen sich bewegen. Atmen, ein und aus, tief und kraftvoll. Den Sturmvögeln beim Eintauchen ins Wasser zusehen, Glückstränen trocknen die beim Anblick der springenden Delfine die Wangen nass gemacht haben. Und ein breites Grinsen im Gesicht, ein Glücksgefühl im Bauch, als ein Buckelwal vor dem Boot auftaucht.

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Wunderschöne Momente, zu sich finden, Menschen begegnen die inspirieren, die Sichtweisen verändern. Sichtweisen auf die Welt, auf sich selbst. Sich selbst guttun, mit jedem Moment, eintauchen in das Leben.

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Sommersonnenende

In den letzten Tagen gibt die Natur hier in den Westfjorden nochmal alles. Die Wiesen sind grüner als zuvor, wobei das fast der Unmöglichkeit entspricht. Der arktische Mohn lässt nun all seine letzten Knospen aufspringen eh hier alles am Mitte Oktober im Schnee versinkt. Nur die Vögel sind längst nicht mehr hier, oder nur vereinzelt, die Küken schon groß genug, um alleine auf den Beinen zu stehen bzw. auf ihren Flügeln zu schweben.

Westfjords15
Und auch meine Zeit geht hier vorbei, die wie immer im Fluge vergangen ist. Das tut sie seit ein paar Jahren, die Jahre ziehen an mir vorüber wie ein starker Windstoß, wie er grad durchs Haus zischt, alle Türen scheppern lassen, die Holzstufen knarzen und das Gras draußen plättet. Platt bin auch ich; von der Stille, von der Einsamkeit, von ein bisschen Arbeit, von der Enge, von der Weite, von der frischen Luft, dem guten Essen, von zu wenig Besuch, von zu viel Wechsel, von Langeweile, von den Bergen und den tief hängenden Wolken.

WestfjordsMe04Himmelhochjauchzend gibt es hier auch, nur gibt es für mich immer einen Grund zu schaudern, zu denken, zu grübeln. Wie lange soll ich bleiben und noch wichtiger, wohin soll ich danach? Ich stehe ein wenig auf dem Schlauch…ich will einen Schritt vorwärts machen, doch halte mich irgendwie zurück. Weil ich weiß, dass mein Herz bricht, ein Stück, wenn ich dieses Land verlasse. Es ist komisch, ich kann nicht so richtig sagen warum, aber hier will ich eigentlich zu hause sein, mit Unterbrechungen die mich in die weite Welt führen, die mich andere Kulturen sehen lassen. Und dann wieder zurückkommen, in das Sicherheitsgefühl, in das gewählte zuhause.

Flateyri32Wie auch am Ende des letzten Sommers, zieht es mich in die große Stadt, freue ich mich auf andere Gesichter, freue ich mich auf bekannte Gesichter, vertraute Stimmen, Vertrauen an sich. Ich freue mich auf die quirligen Straßen, an den Blick auf Esja. Und dann freu ich mich auf noch mehr Stadt, die größte die ich bisher in meinem Leben gesehen haben werde. Neue Abenteuer, neue Menschen, neue Eindrücke, wenigstens für ein paar Tage. Aber die Erinnerung daran wird bleiben, ein Leben lang in meinem Kopf. Wie das hier. Es bleibt.

grau grau grau…

Westfjords04“Bevor das Grau, Grau, Grau
Bevor das Grau, Grau, Grau
Sich hier festbeißt und sich langsam durch meine Adern schiebt
Durch meine Adern drängt und sich dort festbeißt
Will ich einmal noch am Ufer stehn
Schaun, wohin die Schiffe fahren
Schaun, wohin sie fahren und ob mich eins mitnimmt
In den Süden oder irgendwohin, wo mich niemand sieht,
mich niemand hört und mich niemand fragt.”
(Gisbert Zu Knyphausen – grau grau grau)

Manchmal hängen die Wolken so tief, dass es aussieht, als würden sie die Berge verschlucken. Sie kriechen dann einfach über den Fjord und verschlingen das Grün der Berghänge, das Lupinenlila, das Strandgelb. Und sie machen die Welt hier ein wenig kleiner, enger, begrenzter. Plötzlich kommt einem das Gefühl von Weite abhanden, man dreht sich im Kreis und weiß für den Augenblick nicht mehr, wie man rauskommt. Dann blitzt zwischen den dicken Wolken ein Sonnenstrahl ins Tal, belichtet einen kleinen Flecken Erde, benetzt es mit Wärme und Zuversicht. Lebendigkeit macht sich breit, ausgelöst nur durch diesen einen Sonnenstrahl. Wie muss es sein, hier eingeschlossen zu sein in der dunkleren Jahreszeit, wie ist es, wenn man tagelang keine Menschenseele sieht, kaum Licht durch die Wolken dringt oder nur Schnee und Wind einen umgibt? Wie gehen die Menschen mit der Enge in der Herzgegend um, wie begegnen sie den Geistern der Einsamkeit? Önundarfjorður33

Zweinsam…

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“Und am Ende schliefen wir immer wieder Arm in Arm ein, sehr vertraut und ich hätte diese Momente gern mitgenommen in den Tag. Ich hätte gern deine Nähe gespürt, außerhalb unserer Bettlaken. Doch da war nichts, nur die Enge in meiner Herzgegend. Ich habe mich einsam gefühlt in deiner Nähe.”

Den ganzen Text gibt es bei imgegenteil

Rabbabarapæ / Rhabarberkuchen

Bei uns im Garten, da wo zur Zeit der Löwenzahn mit den Sumpfdotterblumen und dem Sauerampfer um die Wette strahlen, wächst und gedeiht jede Menge Rhabarber. Ich kann mich noch erinnern, dass ich dieses säuerliche Zeug als Kind ganz schrecklich fand, doch nun bekomme ich vor allem von frischem (am besten noch warmen) Rhabarberkuchen nicht genug. Und der geht total easy peasy!

Rhabarber

Rhabarber so viel ihr wollt auf dem Boden der jeweiligen Form verteilen. Ihr könnt auch Erdbeeren, Äpfel oder Schinken unterrühren, ganz wie ihr wollt.

Zutaten für 1 – 2 Personen (zwei kleine Desertförmchen, backofenfest):

100 gr Butter
1/2 Tasse Mehl
1/2 Tasse Zucker
1 Ei
1/2 EL Kokosraspel
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Vanillezucker

Zutaten für eine große Form (ich hab eine Auflaufform genommen):

400 gr Butter
2 Tassen Mehl
2 Tassen Zucker
4 Eier
2 EL Kokosraspel
2 TL Backpulver
2 TL Vanillezucker

Butter im Topf schmelzen. Währenddessen Mehl, Zucker, Kokosraspel, Backpulver und Vanillezucker in einer Schüssel vermischen. Wenn die Butter flüssig ist, vom Herd nehmen, kurz abkühlen lassen, dann die Mischung in den Topf geben, mit der Butter vermischen. Danach das Ei hinzugeben und solange verrühren, bis eine gleichmäßige Masse entstanden ist. Das ganze dann über den Rhabarber in der Form geben.

Bei 180 Grad in Backofen für 20-30 Minuten backen.

Das Endergebnis ist weniger was fürs Auge als mehr für Nase und Gaumen.
Guten Appetit!