(almost) no words, just pictures

There is too much to say but I am speechless. So, better to show you some nice pictures from the past months.

The summer has been great so far, temperatures between 15 and 18°C, not much wind so this temperatures acutally felt warmer than they sound. I traveled a bit in Iceland, I saw parts I haven’t seen yet, showed parts I already knew to guests.


And I have been in Germany for some days. Not more, not less.

Exciting times right now…in all of their beautiful and bad colours. Reality needs me!

Dipping into life…

…mit einem x-beliebigen Boot einfach mal rausfahren, aufs Meer, auf den Fjord, eine andere Perspektive einnehmen, runterkommen vom inneren Trubel, Ruhe und Gelassenheit finden, die sich ausbreiten wie die Wellen sich bewegen. Atmen, ein und aus, tief und kraftvoll. Den Sturmvögeln beim Eintauchen ins Wasser zusehen, Glückstränen trocknen die beim Anblick der springenden Delfine die Wangen nass gemacht haben. Und ein breites Grinsen im Gesicht, ein Glücksgefühl im Bauch, als ein Buckelwal vor dem Boot auftaucht.

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Wunderschöne Momente, zu sich finden, Menschen begegnen die inspirieren, die Sichtweisen verändern. Sichtweisen auf die Welt, auf sich selbst. Sich selbst guttun, mit jedem Moment, eintauchen in das Leben.

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Sommersonnenende

In den letzten Tagen gibt die Natur hier in den Westfjorden nochmal alles. Die Wiesen sind grüner als zuvor, wobei das fast der Unmöglichkeit entspricht. Der arktische Mohn lässt nun all seine letzten Knospen aufspringen eh hier alles am Mitte Oktober im Schnee versinkt. Nur die Vögel sind längst nicht mehr hier, oder nur vereinzelt, die Küken schon groß genug, um alleine auf den Beinen zu stehen bzw. auf ihren Flügeln zu schweben.

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Und auch meine Zeit geht hier vorbei, die wie immer im Fluge vergangen ist. Das tut sie seit ein paar Jahren, die Jahre ziehen an mir vorüber wie ein starker Windstoß, wie er grad durchs Haus zischt, alle Türen scheppern lassen, die Holzstufen knarzen und das Gras draußen plättet. Platt bin auch ich; von der Stille, von der Einsamkeit, von ein bisschen Arbeit, von der Enge, von der Weite, von der frischen Luft, dem guten Essen, von zu wenig Besuch, von zu viel Wechsel, von Langeweile, von den Bergen und den tief hängenden Wolken.

WestfjordsMe04Himmelhochjauchzend gibt es hier auch, nur gibt es für mich immer einen Grund zu schaudern, zu denken, zu grübeln. Wie lange soll ich bleiben und noch wichtiger, wohin soll ich danach? Ich stehe ein wenig auf dem Schlauch…ich will einen Schritt vorwärts machen, doch halte mich irgendwie zurück. Weil ich weiß, dass mein Herz bricht, ein Stück, wenn ich dieses Land verlasse. Es ist komisch, ich kann nicht so richtig sagen warum, aber hier will ich eigentlich zu hause sein, mit Unterbrechungen die mich in die weite Welt führen, die mich andere Kulturen sehen lassen. Und dann wieder zurückkommen, in das Sicherheitsgefühl, in das gewählte zuhause.

Flateyri32Wie auch am Ende des letzten Sommers, zieht es mich in die große Stadt, freue ich mich auf andere Gesichter, freue ich mich auf bekannte Gesichter, vertraute Stimmen, Vertrauen an sich. Ich freue mich auf die quirligen Straßen, an den Blick auf Esja. Und dann freu ich mich auf noch mehr Stadt, die größte die ich bisher in meinem Leben gesehen haben werde. Neue Abenteuer, neue Menschen, neue Eindrücke, wenigstens für ein paar Tage. Aber die Erinnerung daran wird bleiben, ein Leben lang in meinem Kopf. Wie das hier. Es bleibt.

grau grau grau…

Westfjords04“Bevor das Grau, Grau, Grau
Bevor das Grau, Grau, Grau
Sich hier festbeißt und sich langsam durch meine Adern schiebt
Durch meine Adern drängt und sich dort festbeißt
Will ich einmal noch am Ufer stehn
Schaun, wohin die Schiffe fahren
Schaun, wohin sie fahren und ob mich eins mitnimmt
In den Süden oder irgendwohin, wo mich niemand sieht,
mich niemand hört und mich niemand fragt.”
(Gisbert Zu Knyphausen – grau grau grau)

Manchmal hängen die Wolken so tief, dass es aussieht, als würden sie die Berge verschlucken. Sie kriechen dann einfach über den Fjord und verschlingen das Grün der Berghänge, das Lupinenlila, das Strandgelb. Und sie machen die Welt hier ein wenig kleiner, enger, begrenzter. Plötzlich kommt einem das Gefühl von Weite abhanden, man dreht sich im Kreis und weiß für den Augenblick nicht mehr, wie man rauskommt. Dann blitzt zwischen den dicken Wolken ein Sonnenstrahl ins Tal, belichtet einen kleinen Flecken Erde, benetzt es mit Wärme und Zuversicht. Lebendigkeit macht sich breit, ausgelöst nur durch diesen einen Sonnenstrahl. Wie muss es sein, hier eingeschlossen zu sein in der dunkleren Jahreszeit, wie ist es, wenn man tagelang keine Menschenseele sieht, kaum Licht durch die Wolken dringt oder nur Schnee und Wind einen umgibt? Wie gehen die Menschen mit der Enge in der Herzgegend um, wie begegnen sie den Geistern der Einsamkeit? Önundarfjorður33

Önundarfjorður

Önundarfjorður and Flateyri

Önundarfjorður and Flateyri

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Yin Yang

Yin Yang

blossom of the sorrel

blossom of the sorrel

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summer solstice in Önundarfjorður

summer solstice in Önundarfjorður

idyll and solitude

idyll and solitude

Ég er kominn heim

Önundarfjorður vom Hafen in Flateyri aus gesehen

Önundarfjorður vom Hafen in Flateyri aus gesehen

Mir schwirrt in den letzten Wochen so viel im Kopf rum, so viele Worte, Buchstaben, Sätze, die ich immer unbedingt aufschreiben will, sofort, aber nie bin ich dann in Besitz von Schreibmaterial. Und dann abends zu müde oder plötzlich sind all die schöngeformten und wohlklingenden Sätze weg. Einfach weg. Und so kommt es auch, dass es hier so still ist momentan. Es passieren einige Dinge, mal hier mal dort. Zum Beispiel war ich im April zu Besuch in Deutschland, traf meine Freunde in Hamburg, löste mein Zimmer in der geliebten WG auf, bekam einen Sonnenbrand im Garten meiner Mama, hatte einen wirklich entspannten Freundetreffmarathon in Berlin und – das war der ausschlaggebende Termin meiner Deutschlandreise – wohnte dem tollen Husum Harbour Festival bei, auf dem auch all meine musikbekloppten Freunde waren und Matthew Caws. Letzterer ist Sänger meiner Lieblingsband Nada Surf, hatte auf besagtem Festival einen Soloauftritt und ich durfte ein Interview für concert-news und meinen Blog mixtapebabe mit ihm führen, ein lang gehegter Traum. Diese neun Tage rasten nur so an mir vorbei und schon war ich wieder in meinem gewählten Zuhause. Ich hatte Angst, dass mir der Abschied von Deutschland schwer fallen würde, das tat es auch, besonders von Hamburg. Aber das heimkommen war wie zuvor. Bauchkribbeln im Bus und bewundernde Blicke für die ach so triste Lavalandschaft.

Und nun sitze ich hier auf dem Sonnenfleck im Eingang des wohl schönsten Guesthouses der Westfjorde, in dem ich jetzt seit knapp zwei Wochen arbeite. Einen Sommer lang. Housekeeping und Essenszubereitung. Ja, ich musste wieder zurück an dieses Fleckchen, denn ich hab hier mein Herz verloren. Nicht an einen Vikinger, oder nur beinahe, sondern an die Landschaft, die Ruhe, das Vogelgezwitsher, die Pferde hinterm Haus, die wunderschönen Sonnenuntergänge (bzw. Mitternachtssonnennächte), die Familie, Flateyri und den Sauerampfer auf den Wiesen.

Das einzige was mir fehlt sind meine Herzmenschen, mit denen ich das hier gern teilen würde, mit denen ich Wein am Fjord genießen würde oder Krias beobachten. Aber keine Sorge, ich geh hier nicht ein, es kommt Besuch der Herzmenschen aus Reykjavik und aus meinem Ursprungsland. Und dann erobern wir die Berge, baden vielleicht im schönsten aller Fjorde, genießen die Stille und die Vogelgesänge.

Mitternachtssonne gegen 23:00 am Önundarfjorður mit Blick Richtung Flateyri

Mitternachtssonne gegen 23:00 am Önundarfjorður mit Blick Richtung Flateyri

Einjähriges…

So wie in den letzten Wochen und Monaten diverse Stürme übers Land gezogen sind, so schnell und mit voller Wucht sind die letzten zwölf Monate an mir vorbeigeweht. Vor exakt einem Jahr war ich auf dem Weg in eine ungewisse, aufregende Zeit, von der ich noch nicht wusste, was sie bringen würde, welche Abenteuer ich erleben, wer mir ans Herz wachsen oder wen ich ganz schnell wieder vergessen würde. Ich ahnte dass es schön werden würde, aber wusste nicht, dass es SO schön ist. Ich ahnte nichts von den Irritationen, von den Zweifeln, davon wie schwer der Winter für mich werden würde (weil ich ursprünglich auch gar nicht vorhatte, so lange zu bleiben). Dieses Kapitel in meinem Leben war so unbeschrieben, so offen und immernoch gibt es kein Ende. Weder gut noch schlecht.

IMG_20140511_221323Hier und jetzt bin ich schlauer, habe ich viele tolle Momente gehabt, viele tolle Menschen kennengelernt, mich besser kennengelernt, bin über mich hinausgewachsen, habe herausgefunden, wer ich bin aber bin noch lange nicht fertig damit. Und mag eigentlich nie fertig damit sein. Denn ich möchte immer lernen, über mich, über die Welt, über andere. Und auch stolpern können, sich mit seinen Ängsten, mit seinen Intoleranzen auseindersetzen, sich über die eigenen Grenzen hinwegsetzen, Gefühle zulassen, aushalten, Gedanken hinterfragen, Verhalten hinterfragen. Von sich, von anderen. Und offen sein für all das, für die Unterschiedlichkeit der Kulturen, die doch größer ist, als ich je gedacht habe. Ich bin ein Stückchen geduldiger geworden, habe aber gemerkt, dass es nicht einfach ist aus der eigenen soziokulturellen Haut zu schlüpfen.

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Ich habe Dinge getan, die ich noch nie zuvor getan habe, habe meine romantischen Vorstellungen des Farmlebens sehr schnell abgelegt, gelernt es zu schätzen, woher Fleisch kommt, wie die Tiere leben, die irgendwann (für uns) sterben müssen. Bewusster leben, bewusster konsumieren, sich auf das wichtige und notwendige beschränken. Ich habe mich in Schweigen geübt, ich habe der Natur gelauscht, Vogelstimmen kennengelernt, das Schreien des Polarfuchses erkannt. Ich habe Kühe gemolken, Lämmer markiert, Schafe eingefangen, wilde Kälber bei ihrem ersten Ausflug begleitet (und sie versucht davon abzuhalten zu entkommen). Ich habe mehrere Tiere sterben sehen (auf natürliche und unnatürliche Weise).

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Anfangs war ich ein Prinzessinnenbändiger, habe ich spät herausgefunden, wieviel Arbeit eine Familie und der Haushalt wirklich machen. Niemehr wollte ich nach dem Prinzessinnenbändigen Prinzessinnen bändigen. Doch ich wurde (zum Glück) vom Gegenteil überzeugt, dass es nicht immer verrückt und chaotisch zugehen muss. Ich habe eine zweite Familie gefunden, Freunde, Vertraute, die ich niemehr vergessen werde. Denen ich dankbar bin, für all die Erfahrungen, die sie mir ermöglichen.

Die Berge waren manchmal steil, oft musste ich über viele Steine steigen, aber immer war da eine Kraft, die mir die Hand gereicht hat und mir zurief “Vertrau dir”. Der Ausblick von dort oben ist so atemberaubend schön! Diese Energie hat mir geholfen, den Abstieg ohne Schrammen und Stürzen zu überstehen.

Niemals, in keiner Sekunde habe ich bereut diesen Schritt gegangen zu sein – und es war nicht immer leicht. Manchmal habe ich Sehnsucht nach Kränen, Hafen, Astra mit Freunden, Sommer, Sonne, Currywurst, Hasenschaukel, Elefantenfuß, Hasen hinterm Haus, Tanja in der Küche, Amselgesang und Großstadttrubel. Doch ich weiß, dass es da diese Sehnsucht gibt, wegen der ich hier bin und ich weiß immernoch, dass dies der richtige Weg ist, wo auch immer er hinführt, denn ich bin mir sicher, dass es keine falschen Wege gibt.

NL09Nun steh ich hier mit all den Eindrücken der letzten zwölf Monaten, angekommen in einem Land, von dem ich bis vor zwölf Monaten nur träumen konnte. Angekommen in einem Land, das ich jetzt mein zu Hause nenne. Vielleicht temporär aber im Herzen immer. Und immernoch ist das Kapitel nicht zu Ende, das Ende nicht vorhersehbar, ungeschrieben. Ich fülle die Seiten mit Leben, Leidenschaft, Freiheit, Bergen, schwarzen und gelben Stränden, Angry Birds, Wollgras, vielen neuen Lieblingsmenschen, Kuhaugen, Schafmähen, wehenden Pferdemähnen, Reykjavik, gutem Essen, Lakritzschokolade, Nordlichtern, Sonnennächten, bärtigen Isländern, verschmitztem Kinderlachen, felligen Katzenbäuchen, glitzerndem Nordatlantik und am Ende auch Musik.