There are no wrong ways

mood02
Es ist nicht einfach. Dieses Leben. Doch eigentlich komm ich ganz gut klar. Habe mir Träume erfüllt und immernoch genug davon übrig, dass mir nicht langweilig werden sollte. Und doch befinde ich mich momentan irgendwo dazwischen, zwischen hier und dort und woanders. Wieder geht es um Entscheidungen, die mir diesmal nicht so leicht fallen wie die große Entscheidung die ich vor drei Jahren getroffen habe. Ich führe hier in Island ein ganz alltägliches Leben, ich genieße die vielen Vorteile die ein Leben als expat hat. Aber es gibt auch Zweifel.

In meiner momentanen Situation ist es das Gefühl, nicht ganz hier sein zu können. Weil es seit einem Jahr jemanden gibt in meinem Leben, der die meiste Zeit viel zu weit weg ist. Und der die Entscheidung für die Zukunft maßgeblich mitbestimmt. Aber das ist eigentlich kein Nachteil, denn eigentlich ist das ganz schön. Nur fallen mir Entscheidungen nicht so leicht und je klarer wird, dass ich Island bald verlassen werde, umso mehr schmerzt mir mein Herz. Ja, es fühlt sich an wie Liebeskummer. Aber den habe ich auch, wenn ich weit weg vom

Liebsten entfernt bin. Leider macht mir momentan das Ungewisse, das in der Zukunft liegt, noch ziemlich Angst, weil ich wirklich nicht weiß was sein wird, wo ich landen werde. Vor drei Jahren fand ich das irgendwie nicht schlimm bzw. hab ich mich mitten rein gestürzt und gelernt dass es eigentlich wirklich keine falschen Wege gibt. Und genau das weiß ich eigentlich ja auch, aber momentan fällt mir schwer das auf ein Leben in Deutschland anzuwenden. Es scheint alles ein bisschen mehr anstrengend, weniger locker, mehr auf Erfolg getrimmt. Schon allein Bewerbungen zu schreiben, Bewerbungsratgeber zu lesen, da meine letzten tatsächlich 8 Jahre her sind. Oder einfach nur Jobangebote auf diversen Jobportalen. Ich weiß ich kann ganz viel, ich habe in den Jahren nach der Uni so viel gelernt und in den letzten 2,5 Jahren besonders. Ich kann mich in viele Bereiche einarbeiten, bin offen, flexibel. Aber dennoch diesem Muster zu entsprechen, mich mit einem Stück (elektronischem) Papier irgendwo zu bewerben,, wo man mich nach meinem Lebenslauf und meinem Photo beurteilt, das bereitet mir Magenschmerzen. Ich weiß einerseits nicht so genau wo ich hin will aber ich weiß was ich will; dass man mich als der Mensch einstellt der ich bin, ohne dass ich mich verstellen, verkleiden, verstecken muss. Und ich will zufrieden einen guten Job machen und abends nach hause gehen können ohne mich jeden Tag nach Island zurückzusehnen. Und wenn das doch passiert, fliegen täglich Flugzeuge auf diese Insel im Nordatlantik die mich nie mehr loslassen wird.

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