Þorrablót og heima er best…

Vor ein paar Wochen, zum Ende des Monats Þorri, reiste ich wieder einmal an den Ort, dem ich seit dem Sommer so verbunden bin. Dieser besondere Monat – Þorri, der vierte Wintermonat der nach dem alten Kalender von Mitte Januar bis Mitte Februar geht – war auch Grund meiner Rückkehr, da ich von meiner Westfjords-Familie zum Þorrablót eingeladen wurde. Ein isländisches Fest, an dem diverse alttraditionelle Speisen auf den Tisch kommen, die an die alte Winterzeit erinnern. Dazu gehört allerhand sauermilchig Eingelegtes (z.B. Schafshoden), geschmorter Schafskopf (wahlweise in Aspik), Hangikjöt (geräuchertes isländisches Lammfleisch), Flatbrauð (isländisches Fladenbrot), Rúgbrauð (malzig, süßliches Schwarzbrot, ähnlich Pumpernickel) und der Kæstur Hákarl (fermentierter Grönlandhai). Im Einzelnen hatte ich diese “Leckereien” bereits in den vergangenden Monaten probiert, sogar das Fleisch des geschmorten Schafskopfs als sehr lecker befunden und auch das Pumpernickel, das Flatbrauð und das Hangikjöt gehören zu den echt leckeren Speisen Islands. Nach einmaligem Probieren des fermentierten Hais und des sauermilchig eingelegten Schafhodens reichte mir diese Erfahrung allerdings aus, um beim Þorrablót in Holt dann auf die Touristengaumenvarianten zurückzugreifen. Ich hoffe, die Anwesenden schauten mir nicht zu sehr auf den Teller bzw. maßen mich nicht danach. Denn ich hatte an jenem Abend sehr viel Spaß.
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Ich kann von Glück sprechen, dass ich mehr als einmal einem isländischen Fest beiwohnen konnte, so lernt man die kulturellen Gepflogenheiten eines Landes doch am besten kennen. Und ich mag diese “Dorffeste”…ich nenne sie so, da das Leben und Feiern in Reykjavik ganz anders ist, als auf dem Land. Es wird versucht, all die Strapazen der Monate, Wochen, Stunden zu vergessen, es wird gelacht, Geschichten erzählt, gesungen…gesungen, mit Leib und Seele…und getanzt, wild, ausgelassen, ungehemmt. So fand auch ich mich wieder in den Armen eines tanzwütigen Isländers, dem ich wohl öfter an diesem Abend auf die Füße trat, da ich diese Paartänze seit fast 20 Jahren nicht mehr getanzt habe, meine Stärke eher im Freestyle-Tanzen liegt. Da er viel lachte, mitsang und ich immer wieder zum Tanzen aufgefordert wurde, kann all das allerdings nicht allzu schlimm gewesen sein oder der Alkohol stark genug, um über Fußschmerzen und einen unbiegsamen Rücken hinwegzusehen. Und auch ich ertappte mich beim Mitsingen des alten Islandklassikers “Ferðalok (Ég er komin heim)”. Und ich habe mir vorgenommen, beim nächsten Þorrablót das mit Liebe und Humor zusammengestellte Rahmenprogramm verstehen und mich auf isländisch unterhalten zu können. Und meinem Tanzpartner nicht mehr so oft auf die Füße zu treten. Also heißt es in den nächsten 11 Monaten fleißig isländisch lernen und Paartanzen üben.
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2 thoughts on “Þorrablót og heima er best…

    • Liebe Gabi!
      Hab vielen lieben Dank dafür…da ich mich auch zu den Kettenbriefzweiflern zähle, überlasse ich das gerne anderen Menschen.

      Nicht traurig sein.
      Viele Grüße,
      Maria

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