læra íslensku – learning icelandic

Wer mich kennt, der weiß, dass ich kein großer Fan von Vorsätzen fürs neue Jahr bin. Denn ich denke, wenn ich mir etwas vornehmen will, kann ich genauso gut sofort damit anfangen. Somit habe ich seit knapp zehn Monaten einen Vorsatz: Isländisch lernen. Das mit dem sofort umsetzen hat bisher nicht so gut geklappt. Aber meine ersten Worte habe ich immerhin in den Familien gelernt, mit denen ich hier leben durfte. Das waren erst Kinderworte, natürlich pissa und prumpa, kurze wichtige Fragen wie “Hvert ertu að fara?” und Worte die vor allem mit Farmleben zu tun haben. Außerdem habe ich in Akureyri zwei Monate einem “Isländisch sprechen” Stammtisch mehr oder weniger regelmäßig beigewohnt und mich online in dieser Sprache weiterbildete. Aber nun wirds ernst! Ich besuche ab diesem Tag endlich einen Isländisch-Kurs in der Tin Can Factory. Warum eigentlich Isländisch lernen, eine Sprache, die eher eine Minderheit spricht, eine Minderheit die meist englisch sprechen kann? Weil ich mich interessiere, nicht nur für die Natur und die Menschen im Allgemeinen. Weil ich denke, dass Sprache ein ganz wichtiger Teil einer Kultur ist, die schließlich auch aus Musik und Literatur besteht. Und weil ich mitreden möchte, mit den Isländern. Auch wenn viele englisch können, kommt man doch näher an sie ran, wenn man auch ihre Sprache spricht.

Bei der Wahl des Kurses war mir deshalb wichtig, dass so viel wie möglich auf isländisch kommuniziert wird, dass wir unser Erlerntes schnell in Alltagssituationen umsetzen können. Denn ein Sprachgenie war ich nie, sondern habe immer am besten gelernt, wenn ich sprechen musste. Somit sind bei mir fünf Jahre Französisch nicht wirklich hängen geblieben. Ich kann genauso viel auf Französisch sagen, wie ich nach zwei Semestern Schwedisch konnte. Deshalb denke ich, ist die Tin Can Factory die richtige Wahl, da sie nicht nur Ort für Sprachunterricht, sondern auch für Kulturaustausch ist. So bietet diese Sprachschule mit “Meet The Natives” zum Beispiel ein lockeres Beisammensein an, bei dem zusammen gegessen, über die Sprache an sich informiert und in die Kultur der Isländer Einblick gegeben wird. Zudem gibt es einen Chor und einen Strickclub. In meinem Kurs werden wir in den nächsten Wochen neben dem klassischen aber kommunikativen Unterricht zusammen kochen (Hallo Þorrablót), ins Kino gehen und einen Abschiedsabend feiern.

Wer den klassischen Sprachunterricht bevorzugt (Menschen lernt man ja überall kennen), dem sei für isländisch (in Reykjavik) Mimir oder Multikulti empfohlen. Preislich sind die beiden etwas günstiger als die Tin Can Factory. Wer einen Job in Reykjavik hat, hat die Möglichkeit einen Teil des Geldes von der Union des Arbeitgebers wieder zu bekommen.
Wer Isländisch in seinem Heimatland lernen möchte, sollte sich bei den ansässigen Volkshochschulen erkundigen oder an den Universitäten, die oftmals (für Studenten) Sprachkurse anbieten.

Für mich heißt das nun also in den nächsten sechs Wochen drei mal wöchentlich sprechen, Hausaufgaben, lernen, fragen, verstehen, nicht verstehen, Gewusel im Kopf. 2015 startet also mit Neuem, Aufregendem, anders aufregend als 2014 aber dennoch. Einen Vorsatz hab ich allerdings noch: glücklich sein, und alles versuchen um es zu bleiben.

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