Fernweh / Heimweh

“You will never be completely at home again, because part of your heart always will be elsewhere. That is the price you pay for the richness of loving and knowing people in more than one place.”
(Miriam Adeney)

Ich bin seit sieben Monaten da, wo mich das Fernweh noch vor sieben Monaten hingetrieben hat. Ich bin quasi zu hause im Fernweh und es fühlt sich sehr gut an, es fühlt sich für einen Moment so an, als wäre das Fernweh gestillt. Jedenfalls für diesen Ort. Naja, nicht gestillt, denn meine Entscheidung noch ein bisschen zu bleiben habe ich aus dem Gefühl heraus getroffen, dass ich hier noch nicht fertig bin. Hier im Fernweh.

Doch mit der Zeit ist dieses Fernweh gewachsen, durch Begegnungen, die schon vor meiner Reise ins Fernweh meine Wege kreuzten, schon lange lange bevor. Aber auch durch Begegnungen die mir hier tagtäglich “passieren”. Die Menschen, deren Geschichten, deren Flausen im Kopf, deren free spirit, deren Ideen. Die kreuzen sich dann mit meinen Geschichten, meinen Flausen, meinen Ideen und lassen meinen free spirit wachsen. Und ich lasse jedes Mal einen kleinen Teil von mir in diesen Begegnungen, gebe ein Teil von meinem Herz mit auf den Weg in dem Glauben, dass mich der Weg einmal zurück zu meinem Stück Herz treiben wird, egal wo dieses hingereist ist. So wächst das Fernweh auch hier nach dem Weg der dahin führt, wo wieder Geschichten, Ideen, Flausen auf mich warten und mich wachsen lassen, während ich wachse.

Der Weg hat kein fassbares Ziel, mein Ziel ist ichsein, was immer das heißen soll. Aber den Weg bin ich bisher gern gegangen, wenn auch ich manchmal eine Sackgasse bis zum Ende gehen musste um sie zu erkennen. Wenn auch der Weg nie gerade ist, denn es gibt soooo viele interessante Abzweigungen, Umwege und roundabouts, in denen man sich manchmal bis einem kotzübel wird im Kreis dreht. Und auch wenn ich manchmal “vom Weg abgekommen” bin, war es auch dieser wert, ihn zu gehen, zu rennen oder zu kriechen. Denn auch diese Wege führen letztendlich zu dem was wichtig ist.

Und vielleicht führt mein Weg mich eines Tages wieder zurück, dahin wo ich hergekommen bin. Denn ein Stück meines Herzens, ein großes Stück, verweilt auch dort und wartet auf mich, wartet bis mein Fernweh / Heimweh so groß ist, um auch dieses Stück einzusammeln.

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