Big City Riot

Es ist anders. Hier in Reykjavík. Der Blick aus dem Fenster trifft auf eine graue, aber zugegeben schöne Hauswand, die aus dem typischen Wellblech besteht. Drüber selten blauer Himmel, oft graue Wolken und daneben ein Baum mit roten Beeren. Die sieht man momentan überall in Reykjavik. Überall auch Menschen, Autos, dicke Katzen.

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Dicke Katzen laufen einem hier ständig vor die Füße, egal wo. Manche sehen arrogant und desinteressiert durch einen durch, andere setzen sich neben einen, maunzen laut, bis sie erhört werden. Ich war nie ein Katzenfan, doch scheinbar bin ich immer nur den gestressten eingesperrten Hamburg-Katzen begegnet. Hier sind sie eigentlich wie die Isländer. ziemlich entspannt. Und das mag ich.

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Der erste Monat ist vorbeigerauscht und lässt mich hier staunend stehen. Neue Umgebung, neue Menschen, neue Lebensweisen, Ansichten, Erfahrungen. Und manchmal halte ich inne, voller Sehnsucht nach Landschaften, Natur, frische Luft atmen. Hier befällt mich stärker als je zuvor ein Stadtkoller, der mich nach draußen treibt. Sei es auf den regelmäßigen abendlichen Spaziergängen zum Tjörnin und zurück oder after work hikes zum Helgafell, Tagesausflügen an die Südküste oder einem Sonntagsausritt. Ich muss raus.

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Sehnsucht vor allem nach den Westfjorden, die sich in mein Hirn und Herz gebrannt haben. Die ich mit bestimmten Songs verbinde, die ich manchmal beim Arbeiten an frischer Luft gehört habe. Ich sehe grüne Berge, weite Fjorde (und Heuballen, sehr viele Heuballen). Der viel zu kurze Besuch zum Schafabtrieb hat zwar gut getan, war aber eher wie ein Wirbelwind, als ein warmer Herbststurm.

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In einem Monat findet dann auch schon das Iceland Airwaves Festival statt, zu dem ich vor zwei Jahren zum ersten Mal nach Island kam. Die Vorfreude auf all die Off-Venue-Konzerte wird getrübt durch das Wissen, dass nach dem Festival ein paar liebgewonnene Menschen diesen Ort verlassen werden, dass danach die WG etwas ruhiger, das Lachen etwas leiser sein wird. Aber auch wenn alles einen temporären Eindruck macht, Menschen bleiben, auch wenn man mit ihnen nur für eine absehbare Zeit sein Leben geteilt hat.

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