seit vier Monaten…

.IMG_20140724_164429..bin ich nun hier in Island, meinem Lieblingsland. Weit weg von meiner Lieblingsstadt und meinen Lieblings-menschen. Der Anfang war etwas holprig, richtig warm werden konnte ich nicht 15 km entfernt von Akureyri. Mit Akureyri an sich schon. Es gab einige Enttäuschungen, Tränen und den Drang, schnellst-möglich weiterzuziehen. Ich traf einen Leidgenossen, mit dem alles leichter wurde. Und nahm ihn mit in die Westfjorde, die mich nicht mehr loslassen wollen. Die ich nicht mehr loslassen will. Sattsehen kann ich mich nicht an den umliegenden Bergen und dem Önundarfjörður, wenn regenschwere Wolken drüberhängen oder auch mal die Abendsonne das Tal in Orange taucht. Ich habe einen Lieblingsort gefunden und neue Lieblingsmenschen. Ich kann Kühe von Hand melken, stand ihnen auch schon ein paar Mal im Weg bei Ausbruchversuchen. Ich habe mir zwei Schlachtungen angeschaut.

IMG_20140719_171640Ich war auf einem isländischen Familienfest und es war so wie ich es mir vorgestellt habe: gutes Essen, Weinseligkeit, Sing-en, Tanzen, Lagerfeuer, viele Kinder, viel Lachen. Ich habe das Land erkundet, nicht so viel, aber ein bisschen. Ich bin gewandert, nicht so viel, aber ein bisschen. Ich habe eine Mountainbiketour ge-macht. Nicht mein Ding, aber schön war es allemal.

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Und immer wenn es brenzlig wurde in diesen vier Monaten, immer wenn ich dachte, dass ich es nicht kann oder nicht schaffe: challenge your-self. Und es half. Und auch als mich das Hamburg-/Freunde-Weh packte, ließ ich es geschehen, weil ich wusste, da muss ich auch durch, das gehört dazu. Und ich lerne zu vertrauen, in mich selbst, in andere, in meine Gefühle, in meine Sinne, in:  þetta reddast.

Die letzten vier Monate waren voll mit Neuem, voll mit Sinneseindrücken, voll mit Leben. Weiter so!

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Schlechtwetterfront

Seit Wochen ziehen hier in den Westfjorden fast permanent die Regenwolken durch. Manchmal mit viel Regen, manchmal nur tröpfchenweise und manchmal auch mit Sturm. Nun ja, das Wetter kann man schlecht ändern und wer nach Island kommt, sollte sich nicht über das Wetter wundern. Denn auch hier gilt: alles kann, nichts muss. Und das zu jeder Jahreszeit. Letzte Woche zum Beispiel entdeckten wir nach einer sehr regenreichen Nacht auch neuen Schnee auf den Bergen. Dieser war zwar nach ein paar Stunden wieder weg, aber für das Erlebnis wars genug. Man könnte einfach im Bett bleiben und erst wieder rauskommen, wenn es vorbei ist. Das würde ich wohl daheim tun, doch hier rufen morgens und abends mindestens die Kühe zum melken.

Wir versuchen uns alle mit Humor, lustigen Party-Liedern, manchmal auch Fußball schauen, Babykatzen<knuddeln, viel Süßigkeiten, abends ein Weinchen und gutem Essen sprichwörtlich über Wasser zu halten. Und warten sehnsüchtig auf die Sonne. Nicht nur für die Ernte von Heu ganz wichtig, auch für unser aller Gemüter.

Aber die Schönheit verliert das hier dennoch nicht. Seht selbst:

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