Mir ist schlecht…

Nein nein, keine Angst, ich habe mir nicht den Magen verdorben.
Am besten beginne ich gaaaaaaaaaaanz von vorne, um zu erklären warum diese Überschrift:

Ich war 9 oder 10 Jahre alt und damals mit meiner Oma im Spreepark in Berlin. Das war ein Vergnügungspark, der heute in seiner Verfallenheit Touristen anlockt. Damals war mein Lieblingskarussell das Kettenkarussell. Und da ich davon nicht genug bekommen konnte, bin ich damals gleich viermal hintereinander damit gefahren. Oder öfter? Keine Ahnung. Jedenfalls war mir damals danach so schlecht, dass der ganze Rest des Tages versaut war. Seitdem kann ich nicht nur nicht mehr mit einem Kettenkarussell fahren, sondern wird mir auch beim Schaukeln schlecht.

Und das habe ich heut getan, nicht weil ich furchtbar Lust drauf hatte, sondern um Frieden zu wahren, um ein zweieinhalbjähriges Mädchen glücklich zu machen. Hat geklappt würd ich sagen. Denn kurz zuvor heulte sie noch ihre Mutter an, ließ wieder eine Kostprobe ihrer hohen Stimme los und bettelte sie an mit ihr zu schaukeln. Entnervt zog sie ihr die Schuhe und die viel zu große Jacke an, die Kleine schnappte sich eine ebenfalls viel zu große Mütze und ich sagte tollkühn “I can do that for you”. Das machte ich nicht einfach so, weil ich weiß, dass vor allem die Kleinste noch ziemlich zurückhaltend mit mir ist. Nein, es war Besuch da und ich dachte, dass Quality Time für die Eltern und ihren Besuch ja auch ganz schön sein kann.

So schleppte mich der Zwerg ohne Murren zur Schaukel, dort schaukelten wir um die Wette, immer auf þrír (drei). Und sie lachte aus vollstem Herzen. Und wetzte plötzlich los Richtung Pferdestall und rief “Lambið” (Lamm). Dort sind nämlich in den letzten Tagen die ersten Schafskinder zur Welt gekommen. Wie der Gastvater sagte, einen Monat zu früh, weil sie eigentlich erst im Mai kommen. Im Stall wollte die Kleine in jede Box schauen, traute sich sogar, die Pferde zu streicheln, wovor sie eigentlich vorher immer Angst hatte. Ich hielt sie aber an den Hals meines Massagepferds (echt harte Aufgaben hier; eines der Island-Teddys lässt sich nämlich massieren und streckt immer genüsslich seinen Hals). Dann lief sie zum Gästehaus, stieg die sieben Stufen so schnell hinauf und wieder runter, dass mir (wieder) schwindelig wurde, zählte dabei (mit zweieinhalb) fast richtig bis sieben, um dann wieder zur Schaukel zu rennen und mit mir einen weiteren Wettbewerb anzutreten. Das ganze wiederholte sich zwei Mal. Ich befürchtete ein mittelschweres Drama, als ich ihr sagte, dass wir “heim” gehen. Doch sie strahlte mich an, lief ihrer Mutter entgegen und erzählte scheinbar, was wir gemacht hatten.

Mir ist noch immer etwas flau, doch dieses glückliche Kinderjauchzen ist es wert!

Advertisements

4 thoughts on “Mir ist schlecht…

  1. Wenn ich deine ♥Geschichte lese, geht mir das Herz auf!
    Kinder sind das Schönste und Wichtigste auf dieser unseren Welt!
    Genieß jeden Moment, und die Tapferkeitmedaille verleihe ich dir sowieso!
    Toll, liebe Maria!
    Liebe Grüße und Takk fyrir skýrsluna, sjaumst!
    Gabi

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s